beatriXbraun: Kunstmalerin

  • Ein Ausschnitt Ihres Wirkens und Schaffens

    Ein Ausschnitt Ihres Wirkens und Schaffens

    Ungegenständlichen einen Weg zu finden, die Wirklichkeit in ihre Bilder aufzunehmen, ohne sich dabei der Abbildung von Wirklichkeit verpflichtet zu fühlen. Sie beschreibt ihren künstlerischen Weg als eine Befreiung, weg von der abbildenden Gegenständlichkeit, weg von der Lokalfarbe und weg von der eindeutigen Perspektive. Ihre ganz abstrakten Bilder aber empfindet sie, ebenso wie die ganz figurativen, als „Lehrstücke", die zwar in sich ihre Berechtigung und Qualität haben, im gesamten Werk aber Seitenpfade bleiben. Denn das rein Abstrakte ist ihr zu beliebig. Nicht nur Form und Farbe, auch narrative Inhalte soll der Betrachter in ihren Werken finden können.

     

    1973 hatte beatriX ihre erste Gemeinschaftsausstellung im Rathaus von Flawil, St. Gallen in der Schweiz, dem Dorf, in dem sie 1950 geboren wurde. Ihre Bilder wurden von verschiedener Seite hochgelobt. Sie bekam eine Stipendiumzusage vom Bürgermeister und wollte auf die Kunstakademie gehen. Ihr Wunsch schien in Erfüllung zu gehen. Das Malen war schon als Kind ihr Thema gewesen - auch damals schon blockiert vom strengen Vater, der Sie lieber arbeiten sah als malen oder spielen. Jetzt lehnte er eine Ausbildung an der Kunstakademie, trotz Stipendium, rundheraus ab. Ohne jede Unterstützung wagte sie den Schritt jedoch nicht. Sie tat, was zu ihrem Lebensmotto: „ganz oder gar nicht" passte und hörte abrupt mit dem Malen auf. beatriX begann zunächst als technische Zeichnerin zu arbeiten. Nach ihrem Umzug nach München, Deutschland (1975) arbeitete sie als Werbegrafikerin und letztendlich war sie selbstständig im Strickdesign tätig. So als hätte sie die Kunst all die Jahre umkreist und sich erst spät wieder in ihr Zentrum gewagt.

     

    Auf dem Weg zu ihrem eigenen Stil, so betont beatriX, war die Abwendung vom Lokalkolorit ein wesentlicher Schritt. Ihre Bilder sind von innen heraus aus der Farbe aufgebaut. Sie verwendet sie unabhängig vom Gegenstand, aber auch unabhängig von einer bestimmten Farbsymbolik dem jeweiligen Augenblick angemessen. Sie beginnt mit einer Farbe, die zu ihrer Stimmung passt, aus der sich die weiteren Schritte ergeben, z. T. bis hin zur Entscheidung für einen Titel. Wenn man die Farbexplosionen der früheren, gegenständlichen Bilder sieht (auch 1973 schon wird in Kritiken ihre ungewöhnliche Farbwahl betont und gelobt), wirkt es vielleicht ein wenig befremdlich, dass sie die Eigenständigkeit der Farben in ihrem neueren Werk so betont.

     

    Wenn beatriX von dem Wunsch spricht, sich in den Farben auszutoben, ist das durchaus wörtlich gemeint. Sie mischt ihre Farben selbst, schöpft dabei aus dem Vollen. Beim Malen sind alle Pigmenttöpfe, alle Möglichkeiten offen.

     

    1994 fing sie erneut an zu malen - wieder ganz oder gar nicht. Sie gab sich selbst vier Jahre Lehrzeit, in denen sie unzählige Kurse besuchte und malte ohne Unterlass. Zu Anfang waren die Bilder gegenständlich, von Alltagseindrücken geprägt. Aber schon bald gehorchten die Farben stets mehr ihren eigenen Gesetzen, reduzierte sie die Formen und fand über ganz abstrakte Werke zu ihrem eigenen Stil - zwischen Gegenstand und Abstraktion. Die Einzelausstellung im Ortsmuseum in Flawil (2000) war dann für sie ein Startschuss. Der Kreis hatte sich nach 25 Jahren geschlossen, aber nicht für ein Ende, sondern für einen neuen Anfang.

     

    Dieser Neuanfang wiederspiegelt sich in zahlreichen grösseren und kleineren Ausstellungen im In- und Ausland. Ihre Bilder bezeichnen in privaten wie auch in öffentlichen und grosszügigen Räumlichkeiten ihre eigene Wirkung auf die Gegebenheiten und deren Besucher.

     

    Der Umzug und Bezug des eigenen Ateliers in St. Gallen Schweiz im Jahr 2002 öffnete neue Fenster und Möglichkeiten ihre Bilder einem anderen Publikum zu zeigen und näher zu bringen.

     

    Eine detaillierte Liste vergangener Ausstellungen finden Sie hier.

     

    Die kommenden Ausstellungen «engel der zeit ...» im Dezember 2020/Januar 2021 in der DenkBar in St. Gallen und «ein jahr im wald» im Januar/Februar 2021 in der Galerie am Gleis in Uzwil, zeigen die neusten Werke und die Vielfältigkeit von beatriX. Besuchen Sie die Ausstellungen und überzeugen Sie sich selber von der Farbigkeit und Intensität. Lassen Sie sich verzaubern!

     

     

    Quelle: Marion Oelmann, Kunsthistorikerin, München, 18. Juli 2001

  • einzelne Kunstwerke

    beatriXbraun
    Stadtrundgang in St. Gallen, 2009
    Öl auf Leinwand
    auf Keilrahmen bespannt
    ohne Rahmen
    90x100cm